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Service dogs - loyal helpers on four paws

Assistenzhunde - treue Helfer auf vier Pfoten

geschrieben von Sarah Doleschal (nuts&needles)
Assistenzhunde sind bemerkenswerte Tiere, die das Leben vieler Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen maßgeblich verbessern können. Sie sind nicht nur Hunde, sondern auch treue Begleiter, die ihren Besitzern ein neues Maß an Unabhängigkeit und Selbstständigkeit ermöglichen.
In diesem Artikel werden wir die wichtige Rolle von Assistenzhunden in unserer Gesellschaft genauer betrachten und wie sie das Leben ihrer Besitzer positiv beeinflussen.

Die Bedeutung von Assistenzhunden

Assistenzhunde sind weit mehr als nur Arbeitspartner für ihre Besitzer. Sie schenken ihren Besitzern bedingungslose Liebe, Vertrauen und Freundschaft. Sie sind emotionale Stützen und helfen ihren Besitzern, sich sicher und selbstbewusst zu fühlen. Assistenzhunde ermöglichen Menschen mit Einschränkungen ein eigenständiges Leben und fördern ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Rechte und Zugang für Assistenzhunde

In Deutschland sind Assistenzhunde gesetzlich anerkannt und haben das Recht, ihre Besitzer an öffentlichen Orten zu begleiten. Dies beinhaltet den Zugang zu Geschäften, Restaurants, öffentlichen Verkehrsmitteln und vielen anderen Orten. Sogar in Krankenhäusern und Krankenwagen dürfen ausgebildete Assistenzhunde! Die Hunde tragen auffällige Erkennungszeichen, wie beispielsweise eine Kennweste oder ein spezielles Halsband, um ihre Rolle als Assistenzhund zu kennzeichnen. Diese Erkennungsmerkmale helfen, Konflikte zu vermeiden und die Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu fördern.
Voraussetzung für das Halten und Führen eines Assistenzhundes ist, dass beim betroffenen Menschen die Krankheit, auf die der Hund ausgebildet ist, ärztlich diagnostiziert wurde und eine Schwerbehinderung (mind. GdB 50) festgestellt wurde. 
Seit Anfang 2023 gibt es zusätzlich zum bisherigen Teilhabestärkungsgesetz die Assistenzhundeverordnung (AHundV).

Wie verhalte ich mich am besten, wenn ich ein Assistenzhunde-Team treffe?

Es ist wichtig zu beachten, dass Assistenzhunde speziell darauf trainiert sind, ihren Aufgaben nachzugehen und die Bedürfnisse ihrer Besitzer zu erfüllen. Daher ist es entscheidend, dass die Menschen in ihrer Umgebung den Assistenzhund respektieren und nicht von seiner Arbeit ablenken. Es ist sehr wichtig, den Hund nicht anzusprechen, abzulenken oder zu streicheln, es sei denn, der Besitzer gibt dazu ausdrücklich die Erlaubnis.
Außerdem ist es unhöflich, den menschlichen Teil des Assistenzteams zu fragen, was genau der Hund macht. Denn die wenigsten möchten fremden Menschen ihre medizinische Geschichte erzählen. Bitte hierbei die Grenzen des Gegenübers respektieren und zu verstehen, dass nicht alle Behinderungen sichtbar sind.

Welche Arten von Assistenzhunden gibt es?

Ein Assistenzhund ist darauf spezialisiert, seinem Besitzer bei bestimmten Aufgaben zu helfen. Es gibt verschiedene Arten von Assistenzhunden, die auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Besitzer zugeschnitten sind.

Blindenführhund

Blindenführhunde sind die bekanntesten Assistenzhunde und werden speziell für Menschen mit Sehbehinderung ausgebildet. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, ihre Besitzer sicher durch den Alltag zu führen. Sie helfen dabei, Hindernisse zu erkennen, Treppen zu navigieren, Bordsteine zu erkennen und Straßen sicher zu überqueren. Sie sind auch in der Lage, bestimmte Ziele zu finden, wie zum Beispiel Bushaltestellen oder Geschäfte. Blindenführhunde sind mit einem speziellen Geschirr und Haltegriff ausgestattet, der es dem Besitzer ermöglicht, sich an ihnen zu orientieren.

Diabetikerwarnhund

Ein Diabetikerwarnhund ist darauf spezialisiert, Menschen mit Diabetes bei der Überwachung ihres Blutzuckerspiegels zu unterstützen. Diese Hunde sind in der Lage, den Geruch von chemischen Veränderungen im Körper wahrzunehmen, die mit einer Unter- oder Überzuckerung einhergehen. Sie können den Besitzer warnen, indem sie ihn durch Berühren, Pfotendruck oder Bellen darauf aufmerksam machen. Dadurch ermöglichen sie es dem Diabetiker, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, wie zum Beispiel das Überprüfen des Blutzuckerspiegels, die Einnahme von Insulin oder das Einnahmen von Kohlenhydraten. Diabetikerwarnhunde spielen eine entscheidende Rolle bei der Verhinderung von gefährlichen Blutzuckerschwankungen und tragen somit zur Sicherheit und Gesundheit ihres Besitzers bei.

Mobilitätsassistenzhund

Mobilitätsassistenzhunde werden für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, z. B. Rollstuhlfahrer, ausgebildet. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, ihren Besitzern bei der Fortbewegung zu helfen und ihnen Gegenstände zu bringen. Sie können Türen öffnen, Lichtschalter betätigen, den Rollstuhl ziehen oder Gegenstände vom Boden aufheben. Mobilitätshunde bieten auch Stabilität und Gleichgewicht, indem sie ihren Besitzern beim Stehen oder Treppensteigen helfen.

Autismushund

Autismushunde sind darauf spezialisiert, Kinder oder Erwachsene mit Autismus zu unterstützen. Sie bieten beruhigende Präsenz und helfen, Angstzustände zu lindern. Sie können auch dazu beitragen, sensorische Überlastung zu reduzieren und die soziale Interaktion zu erleichtern. Autismusbegleithunde werden individuell auf die Bedürfnisse ihrer Besitzer abgestimmt und können eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Sicherheit und Selbstständigkeit spielen.

PTBS-Assistenzhund

Ein PTBS-Assistenzhund unterstützt Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) dabei, indem er auf Anzeichen von Angst und Stress achtet, seinen Besitzer beruhigt, Ablenkung bietet, den Raum absichert und bei der Rückkehr in den Alltag unterstützt. Durch seine spezielle Ausbildung ist der PTBS-Assistenzhund in der Lage, gezielt auf die individuellen Bedürfnisse seines Besitzers einzugehen und ihm emotionale Unterstützung sowie Sicherheit in belastenden Situationen zu bieten.

Epilepsiewarnhund

Ein Epilepsiewarnhund ist darauf trainiert, Menschen mit Epilepsie dabei zu unterstützen, Anfälle zu erkennen und rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen. Diese Hunde sind in der Lage, Veränderungen im Verhalten, Geruch oder der Körpersprache ihres Besitzers wahrzunehmen, die auf einen bevorstehenden epileptischen Anfall hinweisen. Sobald sie solche Anzeichen erkennen, können sie durch Berühren, Pfotendruck oder andere spezifische Signale darauf aufmerksam machen und somit den Besitzer warnen. Dies ermöglicht es dem Betroffenen, rechtzeitig Schutzmaßnahmen zu ergreifen, wie sicheren Boden zu suchen, sich hinzulegen oder medizinische Hilfe zu rufen. Epilepsiewarnhunde spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherheit und dem Wohlbefinden ihrer Besitzer, indem sie ihnen ermöglichen, besser mit den Herausforderungen der Epilepsie umzugehen und das Risiko von Verletzungen zu verringern.

LPF-Assistenzhund

Ein LPF-Assistenzhund (Lebenspraktische Fähigkeiten) ist darauf trainiert, Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Behinderungen im Alltag zu unterstützen. Diese Hunde werden darauf trainiert, verschiedene lebenspraktische Aufgaben auszuführen, um ihren Besitzern mehr Unabhängigkeit und Mobilität zu ermöglichen. Dazu gehören das Öffnen von Türen, das Aufheben und Bringen von Gegenständen, das Ziehen von Rollstühlen oder das Betätigen von Lichtschaltern. Sie können auch bei Ankleiden und Ausziehen helfen, Schubladen oder Schränke öffnen, Personen bei Bedarf stabilisieren und beim Überqueren von Straßen assistieren. LPF-Assistenzhunde werden individuell auf die Bedürfnisse ihres Besitzers trainiert und sind unverzichtbare Begleiter, die ihnen helfen, ihre täglichen Aufgaben zu bewältigen und ein selbstständigeres Leben zu führen.

FAS-Assistenzhund

Ein FAS-Assistenzhund (Fetal Alcohol Syndrome) ist darauf trainiert, Menschen mit fetalem Alkoholsyndrom oder alkoholbedingten neurologischen Beeinträchtigungen zu unterstützen. Diese Hunde bieten ihren Besitzern emotionale Unterstützung, verbessern ihre sozialen Fähigkeiten und fördern ihre Unabhängigkeit im Alltag. Die Aufgaben eines FAS-Assistenzhundes können vielfältig sein, abhängig von den individuellen Bedürfnissen des Besitzers. Dazu gehören das Anbieten von Trost und Beruhigung in stressigen Situationen, das Erleichtern von sozialen Interaktionen durch den Aufbau von Vertrauen und das Vermitteln von Sicherheit, das Unterstützen bei der Strukturierung des Tagesablaufs und das Erinnern an wichtige Termine oder Aufgaben. FAS-Assistenzhunde spielen eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Lebensqualität und der Bewältigung der Herausforderungen, die mit dem fetalen Alkoholsyndrom verbunden sind. Sie sind loyale Begleiter, die ihren Besitzern Stabilität, Sicherheit und Zuversicht vermitteln.

Signalhund

Ein Signalhund, auch bekannt als Alert-Hund oder Signalierhund, ist darauf spezialisiert, Menschen mit Hörverlust oder Taubheit akustische Signale oder Geräusche zu signalisieren. Diese Hunde sind darauf trainiert, verschiedene wichtige Geräusche wie Türklingeln, Telefonanrufe, Wecker, Feueralarme oder das Weinen eines Babys wahrzunehmen und ihre Besitzer darauf aufmerksam zu machen. Wenn ein solches Geräusch erklingt, kann der Signalhund seinen Besitzer durch Berühren, Pfotendruck oder eine andere vorher vereinbarte Methode darauf hinweisen. Dadurch ermöglicht der Signalhund seinem Besitzer, auf wichtige akustische Signale zu reagieren und keine wichtigen Informationen oder Ereignisse zu verpassen. Signalhunde spielen eine wertvolle Rolle bei der Unterstützung von Menschen mit Hörverlust, indem sie ihnen mehr Unabhängigkeit und Sicherheit im Alltag bieten.

Demenz-Assistenzhund

Ein Demenz-Assistenzhund ist darauf trainiert, Menschen mit Demenz im Alltag zu unterstützen und ihnen Sicherheit zu bieten. Diese Hunde können eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen, um den Besitzern zu helfen. Dazu gehören das Erkennen von Orientierungsverlust und das Führen des Besitzers sicher nach Hause oder zu bekannten Orten, das Erinnern an regelmäßige Mahlzeiten oder die Einnahme von Medikamenten, das Erkennen von Stress oder Angstzuständen und das Beruhigen des Besitzers durch sanftes Streicheln oder Anlehnung. Sie können auch dazu beitragen, das Risiko von Verletzungen zu reduzieren, indem sie Hindernisse erkennen und den Besitzer davor warnen. Demenz-Assistenzhunde sind einfühlsame Begleiter, die den Alltag für Menschen mit Demenz erleichtern und ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

Schlaganfallwarnhund

Ein Schlaganfallwarnhund ist darauf spezialisiert, Menschen mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle zu unterstützen, indem er frühzeitig Anzeichen eines bevorstehenden Schlaganfalls erkennt und darauf aufmerksam macht. Diese Hunde werden darauf trainiert, Veränderungen im Geruch, Verhalten oder der Körpersprache ihres Besitzers wahrzunehmen, die auf eine drohende Gefahr hinweisen können. Sobald sie solche Anzeichen bemerken, können sie ihren Besitzer durch Berühren, Pfotendruck oder andere spezifische Signale darauf aufmerksam machen. Dies ermöglicht es dem Betroffenen, rechtzeitig medizinische Hilfe zu suchen und lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen. Schlaganfallwarnhunde spielen eine entscheidende Rolle bei der Früherkennung von Schlaganfällen und tragen dazu bei, dass ihre Besitzer schnellstmöglich angemessene medizinische Versorgung erhalten, um mögliche Komplikationen zu minimieren. Sie bieten ihren Besitzern ein erhöhtes Maß an Sicherheit und Unterstützung in Bezug auf ihre Gesundheit.
Jede dieser Assistenzhundarten hat eine einzigartige Ausbildung, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen ihrer jeweiligen Besitzer zugeschnitten ist. Ihre Fähigkeiten und Hingabe machen sie zu wertvollen Begleitern für Menschen mit Einschränkungen, indem sie ihnen mehr Unabhängigkeit, Sicherheit und Lebensqualität bieten.

Ausbildung von Assistenzhunden

Die Ausbildung von Assistenzhunden erfordert viel Zeit, Geduld und Fachwissen. Die Hunde werden von professionellen Trainerinnen und Trainern in spezialisierten Organisationen ausgebildet. Sie lernen, auf verbale und nonverbale Kommandos zu reagieren, bestimmte Aufgaben auszuführen und gleichzeitig Ruhe und Gelassenheit zu bewahren. Die Ausbildung kann mehrere Monate bis Jahre dauern und beinhaltet auch das Training mit den zukünftigen Besitzern, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit sicherzustellen.

Fazit

Assistenzhunde sind erstaunliche Wesen, die das Leben vieler Menschen mit Einschränkungen verändern. Sie bieten nicht nur praktische Unterstützung im Alltag, sondern auch emotionale Sicherheit und Freundschaft. Ihr Training, ihre Anerkennung und die Unterstützung der Gesellschaft sind entscheidend, um sicherzustellen, dass Menschen mit Einschränkungen die Möglichkeit haben, ihre Unabhängigkeit und Lebensqualität zu maximieren. Assistenzhunde sind wahre Helden auf vier Pfoten, die jeden Tag einen positiven Unterschied in der Welt machen.
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